Intervenant·e·s

Maxime Morel (Office National des Forêts, France)

«Hydrodemo : méthode de prédétermination des volumes d’apports de référence à partir d’analyse fréquentielle de la production sédimentaire de bassins versants torrentiels»

Maxime Morel a mené entre 2016 et 2021 des travaux de recherche au sein de l’INRAE (ex-Irstea) portant sur l’analyse statistique de données hydrauliques et de transport solide en milieu torrentiel. Il a notamment contribué au projet HYDRODEMO, avec des travaux portant sur la production sédimentaire et la prédiction des apports solides dans les torrents de montagne. Depuis 2021, il exerce au sein de l’ONF-RTM, où il mène des études et expertises en hydraulique torrentielle. Ses activités incluent également des travaux de recherche appliquée dédiés au développement d’outils opérationnels pour la caractérisation de l’aléa torrentiel et l’évaluation de la production sédimentaire dans les cours d’eau de montagne. 

Foto: D. Hubacher © Universität Bern

Fritz Schlunegger (Universität Bern, Schweiz)

«Sedimenttransport durch Wildbäche im Kontext längerer Zeiträume»

Die Forschung des Geologen Fritz Schlunegger an der Universität Bern verbindet Grundlagenwissen zur Landschaftsentwicklung mit Fragen zu Naturgefahren in Gebirgsräumen. Im Zentrum steht die Quantifizierung der Erosion, insbesondere im Gebirge. Schlunegger untersucht, wie Klima, Gesteinsbeschaffenheit und Topografie die Oberflächenabtragung auf kurzen und langen Zeitskalen beeinflussen. In den Alpen können sich kleine Bäche bei intensiven Regenereignissen rasch in Wildbäche verwandeln, die grosse Mengen an Geröll, Schlamm und Holz transportieren. In diesem Kontext zeigen seine Arbeiten, dass intensive Erosion stark von der langfristigen Landschaftsentwicklung geprägt ist: Wo Gletscher die Landschaft übersteilt und zusätzlich Moränen abgelagert haben, steigt das Risiko für grosse Sedimentverlagerungen. Schliesslich ist die Analyse geologischer Archive wie alter Flussablagerungen ein wichtiger Bestandteil seiner Forschung. Daraus lassen sich Intensität und zum Teil auch die Häufigkeit früherer Extremereignisse rekonstruieren sowie Grundlagen für den Umgang mit Naturgefahren im Klimawandel ableiten.

Małgorzata Chmiel (Géoazur / CNRS, France)

«Apport de la sismologie à la quantification des mouvements de masse : vers des relations magnitude-fréquence»

Małgorzata Chmiel est chargée de recherche au CNRS en sismologie environnementale au laboratoire Géoazur, en France. Elle étudie les glissements de terrain, les laves torrentielles et les crues en milieu montagneux à partir des ondes sismiques générées par ces processus, notamment dans le cadre de son projet ERC Starting Grant UNREST. 

Après un doctorat à l’Université Grenoble Alpes, puis des post-doctorats à l’ETH Zurich et au WSL en Suisse, elle a développé une expertise en acquisition, traitement et interprétation de données sismiques liées aux processus de surface. Ses recherches visent principalement à développer des approches sismologiques permettant d’observer, quantifier et surveiller à haute résolution temporelle et spatiale les mouvements de masse, les instabilités de versant et les écoulements torrentiels. 

Jakob Rom (Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt, Deutschland)

«Starkniederschläge als Treiber alpiner Muren: Hochaufgelöste Modellanalyse seit 1850 im Horlachtal (Tirol)»

Jakob Rom schloss 2023 seine Doktorarbeit zur Murdynamik in den Zentralalpen ab. Darin analysierte er die Entwicklung von Murfrequenzen und Murmagnituden seit 1850 und untersuchte deren Zusammenhang mit dem Klimawandel. Seitdem ist er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der KU Eichstätt-Ingolstadt tätig und forscht weiterhin zu alpinen Massenbewegungen und Naturgefahren. Sein Schwerpunkt liegt auf der Analyse hochauflösender topographischer Daten aus LiDAR- und Drohnen-befliegungen. Ergänzend nutzt er historische Fotographien und Methoden der Lichenometrie, um vergangene Prozess-dynamiken zu untersuchen. 

Roland Kaitna (Universität für Bodenkultur Wien, Österreich)

«Bestimmung von Wildbach-Bemessungsereignissen in Österreich: Aspekte aus Praxis und Forschung»

Roland Kaitna ist Assoziierter Professor an der Universität für Bodenkultur Wien. Nach dem Studium der Kulturtechnik und Wasserwirtschaft und einer Dissertation zur Rheologie von Muren folgten Forschungsaufenthalte in Nordamerika, Europa und Asien; 2011 habilitierte er im Fach Alpine Geomorphologie und Naturgefahrenmanagement an der BOKU. Seine Forschung befasst sich mit der Auslösung und Dynamik von Wildbachprozessen, Einwirkung auf Schutzbauwerke sowie den Auswirkungen des Klimawandels auf Gefahrenprozesse. Er verbindet Grundlagenarbeit mit anwendungsnahen Lösungen, die er durch die Kombination von Experimenten, Feldmonitoring und Modellierung entwickelt. Derzeit koordiniert er das kooperative Projekt DebrisFrame zur Entwicklung eines praxisorientierten Open-Source-Simulationsframeworks für Murgänge. 

Matthias Busslinger (BCG Engineering Inc., Kanada / Schweiz)

«Von stummen Zeugen zu Magnitude–Frequenz‑Beziehungen in Wildbächen: Kanadische Praxis, quantitative Ansätze und Perspektiven für die Schweiz»

Matthias Busslinger ist Senior Geotechnical Engineer bei BGC Engineering Inc. und spezialisiert auf Naturgefahren in Gebirgsregionen. Mit rund 20 Jahren Erfahrung in der Beurteilung von Massenbewegungen – insbesondere von Murgängen – verbindet er fundierte Feldpraxis mit modernen, datenbasierten Ansätzen. 

Nach seinem Masterstudium in Kanada arbeitete er über ein Jahrzehnt in Nordamerika an Wildbachbeurteilungen und grossen Infrastrukturprojekten, bevor er 2021 in die Schweiz zurückkehrte. Heute unterstützt er in Europa öffentliche Auftraggeber und Infrastrukturbetreiber bei der risikobasierten Analyse von Naturgefahren und der Entwicklung praxisnaher Ingenieurlösungen. 

In seinem Vortrag zeigt er, wie quantitative Datierungsmethoden neue Einblicke in die Aktivität von Wildbächen ermöglichen und damit die Grundlage für robuste Gefährdungsbeurteilungen und Schutzkonzepte verbessern. Als Mitglied der Arbeitsgruppe «Wildbachbeurteilungen 2.0» engagiert er sich zudem aktiv für den Transfer kanadischer Erfahrungen in die Schweizer Praxis. 

Contact:
Fachtagung Wildbäche
c/o Eidg. Forschungsanstalt WSL
Zürcherstrasse 111
CH-8903 Birmensdorf

info(at)fachtagungwildbaeche.ch