Relatori

Perry Bartelt

Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF

«Zweiphasenmodellierung von Murgängen für das Stress Testing von Schutzmassnahmen«

Perry Bartelt ist einer der Hauptentwickler des Simulationsprogrammes RAMMS für Schneelawinen, Felsstürze und Murgänge. Nach seinem Studium des Bauingenieurwesens in den USA und der Schweiz trat er 1994 in die WSL ein und begleitete von 2000 bis 2024 die Einführung moderner Simulationsprogramme in der Naturgefahrenpraxis. Sein primäres Forschungsinteresse ist es, den Naturgefahrenfachleuten effiziente, genaue und einfach zu bedienende Programme zur Verfügung zu stellen, die bei der Formulierung von technischen Schutzmassnahmen und der Erstellung von Gefahrenkarten helfen.

Catherine Berger

geo7 AG

«Erkenntnisse aus physikalischen Murgang-Versuchen für die Praxis»

Dr. Catherine Berger ist seit 2015 beim geowissenschaftlichen Büro geo7 in Bern tätig. Neben den Tätigkeiten als Mitglied der Geschäftsleitung arbeitet sie vorwiegend in Projekten zur Entwicklung neuer Methoden und Konzepte für den integralen Umgang mit Naturgefahren. Weiter ist Catherine Berger Mitglied der Kommission für Hochwasserschutz und Gewässerpflege Schweiz KOHS. Nach dem Studium der Geographie an der Universität Bern doktorierte sie 2010 – 2013 an der Eidgenössischen Forschungsanstalt WSL zum Erosionsverhalten von Murgängen sowie zu Sedimenttransferprozessen. Im Anschluss an das Doktorat arbeitete Catherine Berger bei der Emch+Berger AG Bern im Bereich Hochwasserschutz / Wasserbau / Gefahrenbeurteilung. Im Rahmen von Projekten bei der Emch+Berger AG und geo7 AG begleitete Catherine Berger mehrere physikalische Modellversuche zur Entwicklung von Hochwasserschutzmassnahmen, so auch am Illgraben VS, Lombach BE und Fellbach VS.

Guillaume Piton

Université Grenoble Alpes, INRAE

«Prise en compte des blocs rocheux et du tri granulométrique pour une analyse plus réaliste des risques torrentiels»

D’abord consultant en hydraulique fluvial, je me suis spécialisé à travers mes travaux de recherche dans les domaines de l’hydraulique et transport solide en milieux torrentiels et fluviaux, de la modélisation physique et numérique hydro-sédimentaire, de la gestion des embâcles et des risques associés, de l’analyse fonctionnelle des ouvrages de correction torrentielle, de la conception d’ouvrages de piégeage (sédiments et flottants) et de la protection contre les risques d’inondations fluviales et torrentielles. Je tente de mener des recherches dans ses domaines ainsi que des actions de transfert et d’animation auprès de différents acteurs du milieu : ministère de l’écologie, agences de l’eau, comité français des barrages et réservoir, bureaux d’études et gestionnaires. Je mène aussi ponctuellement des expertises en appui d’acteurs publics ou de bureaux d’études privés, en France et à l’étranger, quand la complexité des cas d’études justifie un appui de chercheurs en compléments des experts du milieu privé ou de l’administration.

Virginia Ruiz-Villanueva

Universität Bern / Universität Lausanne

«Numerical modeling of wood transport processes»

Prof. Dr. Virginia Ruiz-Villanueva ist seit August 2023 Leiterin der Abteilung Geomorphologie am Geographischen Institut der Universität Bern. Sie promovierte 2013 in Geomorphologie an der Universität Complutense Madrid und hatte Postdoc-Stellen an den Universitäten Bern und Genf inne; zudem arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der VAW-ETH. Im Jahr 2020 erhielt sie eine Eccellenza-Professur des Schweizerischen Nationalfonds im Bereich der Flussökosystemforschung an der Universität Lausanne. Ruiz-Villanueva ist spezialisiert auf Gefahrenkaskaden und entwickelt Methoden, die Feldforschung und numerische Modellierung kombinieren, um fluviale hydrogeomorphische Prozesse zu rekonstruieren, zu überwachen und zu simulieren.

Dieter Rickenmann

Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL

«Einige offene Fragen bei der Modellierung und Gefahrenbeurteilung von Wildbachprozessen»

Dieter Rickenmann promovierte an der ETH Zürich. Die meiste Zeit seiner beruflichen Laufbahn verbrachte er an der Eidgenössischen Forschungsanstalt WSL mit den Schwerpunkten Murgänge, Sedimenttransport in steilen Gerinnen und Gefahrenbeurteilung von Wildbächen. Von 2002 bis 2009 war er Professor am Institut für Alpine Gefahren der BOKU in Wien. Wichtige Schwerpunkte seiner Forschungsarbeiten waren die Entwicklung von Methoden zur Beurteilung des Fliessverhaltens von Murgängen, die Verbesserung von Berechnungsverfahren zur Hydraulik und zum Geschiebetransport in steilen Gerinnen sowie die Entwicklung von akustischen Geschiebetransport-Messsystemen.

Christian Scheidl

Universität für Bodenkultur Wien BOKU

«Murgang-Experimente mit kleinräumigen Modellen. Anwendungen-Herausforderungen-Grenzen»

Christian Scheidl ist Senior Researcher am Institut für Alpine Naturgefahren (BOKU-IAN). Nach seinem Abschluss des Wildbach- und Lawinenstudiums, einer 4-jährigen Tätigkeit als Geoinformationstechniker und Projektmanagementassistent in einem privaten Unternehmen, und seiner Promotion an der BOKU University war Dr. Scheidl für mehrere Monate Gastwissenschaftler an der Technischen Universität Katalonien (UPC) und mehrere Jahre an der Schweizer Eidgenössischen Forschungsanstalt (WSL), u.a. als Schrödinger Stipendiat. Dr. Scheidl besitzt seit 2019 die große Lehrbefugnis (Habilitation) in Geomorphologie und Naturgefahren und ist am Institut für Alpine Naturgefahren für die Themen Schutzwald in Lehre und Forschung verantwortlich. In seiner Forschungstätigkeit beschäftigt er sich vor allem mit Abfluss- und Massenbewegungsprozessen in steilen Wildbacheinzugsgebieten. Dabei gilt sein Augenmerk neben der Modellierung und dem physikalischen Verständnis solcher Prozesse auch den anthropogenen Einflüssen auf Magnitude und Frequenz von tatsächlichen Ereignissen. Als Leiter der Fachgruppe Schutzwald ist es nun zunehmend sein Ziel die schutzwaldbezogenen Handlungs- und Forschungsfelder am Institut zu stärken.

Christian Tognacca

beffa tognacca GmbH / Laboratorium3D GmbH

«Hybride Murgangmodellierung in der Ingenieurpraxis und in der angewandten Forschung»

Ich bin diplomierter Kulturingenieur ETH. Nach meinem Studium an der ETH Zürich war ich 5 Jahre an der Versuchsanstalt für Wasserbau, Hydrologie und Glaziologie (VAW) tätig, wo ich zuerst zum Thema der Murgangentstehung eine Dissertation geschrieben habe und später in der Abteilung für Flussbau als Projektleiter an mehreren Flussbauprojekten gearbeitet habe. Seit 2005 bin ich Mit-Inhaber und Geschäftleiter des Ingenieurbüros für Flussbau und Wasserwirtschaft beffa tognacca GmbH und Leiter der Niederlassung in Claro/Bellinzona (TI). In rund 20 Jahren beruflicher Aktivität habe ich eine breite Erfahrung in den Bereichen Fluss- und Wasserbau, Wildbachverbau, Schutz vor Naturgefahren, Gefahrenkartierung und Renaturierungen in allen Phasen von der Konzeptstudie bis zur Ausführung sammeln können. Vor 5 Jahren habe ich mit 4 Kollegen und Kolleginnen die Firma Laboratorium3D GmbH (Labor für angewandte Forschung im Bereich Flussbau und Schutz vor Naturgefahren) gegründet. Anhand von physikalischen und numerischen Modellen sind wir an vielen interessanten und anspruchsvollen Projekten in den Bereichen Fluss- und Wildbachmorphologie, Murgänge, Wildbach- und Flussstabilisierung, Geschiebebewirtschaftung und Wasserbau massgebend involviert.

Contatto:
Fachtagung Wildbäche
c/o OST – Ostschweizer Fachhochschule
Dany Suter
Oberseestrasse 10
CH-8640 Rapperswil-Jona

info@fachtagungwildbaeche.ch